Hegeler & Ehlers

Pianofortefabrik
Oldenburg, 1895 – 1920

Die „Hof-Pianoforte-Fabrik mit Dampfbetrieb Hegeler & Ehlers, Oldenburg i. Grh.“ wurde am 1. Februar 1895 als OHG von Herm. Hegeler, ehem. Werkmeister der Firma Carl Mand in Coblenz und Heinr. Ehlers, Oldenburg, gegründet.

„Die Firma beginnt mit dem Bau von Pianinos, ab Frühjahr 1897 wird das »Peciosa­Piano«, ein elektropneumatisches Reproduktionsklavier mit Noten­rollen aus Pergamin, einem dünnen Spezialpapier, gebaut, daneben fer­tigt die Firma auch die früher von Peterson & Co. hergestellten Dreh­klaviere. Ab 1899 werden Stutzflügel, ab 1905 große Konzertflügel, ab Okt. 1908 auch Geigen-Pianos gebaut.“ (Lexikon Deutscher Klavierbauer, H. Henkel, Verlag E. Bochinsky)

1901 gab die Firma einen Katalog heraus, ein „typographisch geschmackvoll ausgestattetes Heft von 22 Seiten Umfang. Er führt in sehr sauberen, blauschwarz gedruckten Holzschnitten 9 Pianino-Modelle, 1 Flügelmodell und 2 Innenansichten vor Augen. Unter den Pianino-Modellen befindet sich auch ein zerlegbares Pianino, wie es die Firma für das deutsche Schulschiff „Großherzogin Elisabeth“ geliefert hat.“

1901 wurde in Bremerhaven ein Pianoforte- und Harm.-Magazin eröffnet.

Den Hoflieferanten-Titel erhielt die Firma 1905 vom Großherzog von Oldenburg. Im gleichen Jahr folgte die Goldene Medaille“ auf der Oldenburger Landes-Industrie- und Gewerbe-Ausstellung für „die Nebenfabrikate: pneumatische Orchestrions, pneumatische elektrische Klaviere und Walzen-Orchestrions.“

1906 wurde in Bremen ein Magazin für Flügel, Pianinos und Harmonium, im „selbigen Hause“ ein Magazin für „Orchestrions und Detailgeschäfte aller Arten Kleininstrumente“ eröffnet. „Die Firma ersucht uns, bei dieser Gelegenheit ihren Lieferanten mitzuteilen, daß die Geschäftsführer in ihren Filialen Oldenburg, Bremen und Bremerhaven nicht berechtigt sind, Aufträge an Lieferanten zu erteilen, daß diese vielmehr nur von der Centrale Oldenburg erteilt und reguliert werden.“

heg06

Aber bereits 1912 geriet die Firma „in ernste Zahlungsschwierigkeiten […] und strebte einen außergerichtlichen Vergleich in Form einer Liquidation unter Mitwirkung der Gläubiger an.“

Außerdem wurde die Auflösung der Gesellschaft und die Liquidation „zum Handelsregister angemeldet.“

Kurze Zeit später erfolgte in diesem eine Neueintragung mit dem Geschäftsbetrieb: Agenturgeschäft, Inhaberin die Ehefrau des „Fabrikanten Hermann Hegeler“ in Oldenburg.

Doch handelte es sich dabei nur um ein kurzes Aufblühen und Vergehen einer neuen Firma: Zum 1. Okt. 1913 wurde die Firma „Hegeler & Ehlers“ käuflich erworben von der Familie des Pianofabrikanten Hermann Hegeler. In die „Fabrikräume wird die Firma „Hegeler & Kluthe, Oldenburger Pianoforteindustrie, GmbH“, demnächst ihr Fabrikation verlegen.“ Bereits 1914 erlosch sie wieder.

Einige Jahre später gab es wieder Grund zu Hoffnung:

Firma „Hegeler & Kluthe, GmbH, Pianoforteindustrie,“ wurde 1919 umgewandelt in „Hermann Hegeler GmbH“ und hat ihren Sitz nach Varel i. Oldenburg verlegt. „Sobald aber der älteste und der jüngste Sohn, die beide Klaviermacher sind, aus der Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt sein werden, soll auch die Pianofabrikation wieder aufgenommen werden.“ Jedoch, das Hegelersche Agenturgeschäft wurde aufgelöst.

1920 erfolgte die Löschung der Firma „Hegeler & Ehlers“ im Handelsregister nach Beendigung der Liquidation.

Wurden von der Firma „Hegeler & Kluthe, GmbH, Pianoforteindustrie,“ später doch noch Pianos hergestellt? Bald gab es einen neuen Namen: Firma „Hermann Hegeler senr. in Varel i. Oldenburg”, Geschäftszweig: Herstellung von Pianos und Sitzmöbeln.

Im Berliner Handelsregister wurde 1923 Folgendes eingetragen: „Hermann Hegeler & Sohn GmbH in Berlin“ Gegenstand des Unternehmens: Der Handel mit Pianos, Flügeln […].“

Ein Jahr später gab es schon wieder eine andere Gesellschaftsform mit – laut Anzeige – der Herstellung von Pianos:

Heinrich Ehlers, Inhaber der Klavierhandlung Hildebrandt & Günsel in Oldenburg, starb am 7. Aug. 1936 im Alter von 67 Jahren.

Laut dem „Klavierlexikon“, H. Henkel, wurden bis Ende Januar 1904 ca. 2.000 Instrumente gefertigt.