Gebr. Döhnert, Dresden

Heinrich Ferdinand Bruno, Clemens Theodor, Friedrich Theodor Richard Bruno
drei Personen: die Gebrüder Döhnert in Dresden

Der Schreiner- und Orgelbauer Bruno Döhnert lehrte einem, im Jahre 1850 in Grumbach bei Dresden geborenen Sohn, eine erste fachliche und gleichzeitig eine „gediegene“ musikalische Ausbildung, welche nur unterbrochen war durch den Krieg von 1870/ 71 – bekannt als der Deutsch-Französische Krieg. Ja, um welchen der Gebrüder Döhnert handelt es sich denn eigentlich? Zwei trugen vor dem Familiennamen den Vornamen des Vaters: Bruno. Es war Heinrich Ferdinand Bruno Döhnert!

Döhnert 1928

Erste Nachweise zur Geschichte der Firma Gebr. Döhnert finden sich erst 1898 in der
„Zeitschrift für Instrumentenbau“:

„Am 11. April hat Herr Bruno Döhnert, welcher 21 Jahre als erster Fertigmacher in der Hofpianoforte-Fabrik von Grotrian, Helfferich, Schulz, Theodor Steinweg Nachf. in Braunschweig thätig war, die seit circa 20 Jahren bestehende Pianofabrik von Clemens H. Müller in Dresden käuflich übernommen.“

Aus einem rückblickenden Artikel von 1926: „In dem neuen Unternehmen wurden längere Jahre hindurch etwa 10 Gehilfen beschäftigt, und seit dem ersten Tage des Bestehens der jungen Firma wurde in bemerkenswert richtiger Erkenntnis des Wesens einer hochkultivierten Klavierbaukunst weniger an die Vergrößerung des Umsatzes als an eine ständige Vervollkommnung der hergestellten Instrumente gedacht.

Bis zur Mitte der 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts wurden nur Pianinos in drei Größen gebaut, später wurde, zunächst auf Bestellung von Dresdner Musikinteressenten, auch die Herstellung von Flügeln aufgenommen, immer jedoch nur im Rahmen des anfänglichen Geschäftsumfanges.

„Unter strengster Wahrung dieser Gesichtspunkte wurde bei nie unterbrochenem Fortschritt in der Konstruktion und Herstellung der Döhnert-Instrumente der Personalbestand der Fabrik allmählich auf etwa 50 Angestellte, Gehilfen und Arbeiter erhöht, bis der Ausbruch des Krieges im August 1914 jedem weiteren Fortschritt ein Ende machte, weil der größte Teil des Personals zu den Fahnen einberufen wurde. Schon im Jahre 1915 konnte aber der Betrieb mit etwa einem Viertel der alten Belegschaft wieder aufgenommen und eine Anzahl der europäischer Verbindungen wieder angeknüpft werden.

Die Inhaber der Firma Gebr. Döhnert, insbesondere die beiden Seniorchefs, dürfen heute nach längerer als fünfzigjähriger Tätigkeit als praktische Fachleute mit Befriedigung auf den Erfolg ihrer Lebensarbeit zurückblicken.“

Die letzten Berichte über Gebr. Döhnert sind äußerst knapp, so wie auch andere Mitteilungen über Firmen und Persönlichkeiten:
Der jüngere Bruder Clemens Theodor Döhnert starb im Juli 1931.
Der Seniorchef Herr Heinrich Ferdinand Bruno Döhnert starb 1935.
Friedrich Theodor Richard Bruno Döhnert wurde Alleininhaber, er starb 1948 (nach H. Henkel).