Hagspiel & Co.

Flügel- und Pianofabrik in Dresden
gegr. 1851

Erste Nachweise finden sich in den Dresdner Stadtadreßbüchern von 1852.
1873 wird erstmalig „H. Gustav Hagspiel; Prinzl. Hoflieferant“ erwähnt.

Hagspiel 1892
Hagspiel 1892

Seit 1875 wurden Instrumente hergestellt unter dem Namen „Hagspiel & Ruschpler“ und bereits kurze Zeit später, 1879, unter „Hagspiel & Co.“ bis zum Ende der Firma 1916. Oscar Hagspiel wurde am 2. Mai 1852 in Dresden geboren. In Wien machte er seine Lehre als Klavierbauer, blieb aber stets der Musik treu.
Zunächst baute er Flügel von 180 cm Länge, später auch Pianinos. Beschäftigt waren bei ihm durchschnittlich 90 Arbeiter. Interessant, erst mit 49 Jahren heiratete er. Leider währte das späte Glück nur ganz kurz, am 20. Jan. 1902 starb er an einem Schlaganfall. „… herbeigeführt durch eine im Königlichen Schauspielhaus in Dresden herbeigeführte Panik.“

Hagspiel 1902
Hagspiel 1902

Oscar Hagspiel war ein Idealist besonderer Art. Er betätigte sich als Musiker und Komponist. Er schrieb die Oper „Die Schlacht auf dem Lechfelde“, mehrere Streichquartette, Männerchöre und kleine Stücke für Orchester.
Die Firma ist am 6. Mai 1902 „durch Kauf in den Besitz des langjährigen Prokuristen der Firma, Herrn F. A. Markert, übergegangen. Hierdurch wird das Geschäft in der alten, ruhigen und soliden Weise fortgeführt werden.“
Im Dresdner Handelsregister wurde am 22. Mai 1902 eingetragen:
„Der bisherige Inhaber G. O. Hagspiel ist verstorben. Der Kaufmann Friedrich Albin Markert in Dresden ist Inhaber. Er haftet nicht für die im Betriebe begründeten Verbindlichkeiten des bisherigen Inhabers, es gehen auch die in dem Betriebe begründeten Forderungen nicht auf ihn über. Die an Fr. A. Markert ertheilte Prokura ist dadurch erloschen.“
Am 20. Dez. 1902 wurde das Konkursverfahren über den Nachlaß von G. O. Hagspiel nach Abhaltung des Schlußtermins aufgehoben.

Hagspiel 1912
Hagspiel 1912

1905 wurde ein kleinster Flügel von 150 cm Gesamtlänge mit dem Namen „The little Marvel“ hergestellt der „in der Hauptsache für England und die britischen Kolonien bestimmt“ war.
1907 wurden 8 Piano-Modelle und zwei Flügel-Modelle ( 1,53 und 1,68 m) hergestellt.

1913: „In einer am 30. April abgehaltenen Gläubigerversammlung wurde einem von der Firma Hagspiel & Co. in Dresden nachgesuchten Moratorium zugestimmt, nach welchem die Firma die bis jetzt bestehenden Verbindlichkeiten innerhalb 2 Jahren in regelmäßigen gleichen Vierteljahrsraten voll bezahlt.“
Im März 1915 war unter „Konkursnachrichten“ zu lesen:
„Die Firma Hagspiel & Co. in Dresden ist infolge des anhaltenden Kriegszustandes und völliger Unterbindung des Exports in Zahlungsstockung geraten, und der Inhaber der Firma war im Interesse seiner Gläubiger genötigt, ohne daß eine Klage gegen ihn vorlag, den Konkurs anzusagen.“
1915 wird noch ein „Teilhaber gesucht“ … „zwecks Beteiligung mit Kapital“.
Im November 1915 bringen die Konkursnachrichten: „… Da mit einem weiteren günstigen Verkauf der Flügel gerechnet werden kann, so ist die Quote von mindestens 50-60 % an die Gläubiger wahrscheinlich.. . .“
September 1916: „Das Konkursverfahren über das Vermögen des Kaufmanns F. A. Markert
. . . ist nach Abhaltung des Schlußtermins am 31. Aug. d. J. aufgehoben.“
1916: Die Firma …“ist laut handelsgerichtlicher Eintragung vom 23. September d. J. erloschen“
Insgesamt wurden etwa bis 15.000 Instrumente hergestellt.