Emmer, Wilhelm

Ich, Wilhelm Emmer, bin der Größte. Meine Körpergröße weiß ich heute nach so vielen Jahren nicht mehr so genau, darauf kommt es mir auch nicht an. Ich bin der Größte unter den Hof-Pianoforte-Fabrikanten. Jedenfalls 1884 bin ich das. Wer kann schon 12 Hofdiplome, Staatsmedaillen und andere Auszeichnungen vorweisen? Gönnt jemand mir den Erfolg nicht? Böse Zungen behaupten, so der Herr Henkel, ich würde nur 8 Hoflieferantentitel besitzen. Außerdem habe ich noch mehrere Staats- und Ausstel­lungs-Medaillen, zum Beispiel aus Aschersleben 1877 und aus Magdeburg 1878 für meine fortschrittlichen kreuz­saitigen Pianinos.

Fa. Emmer-1921
1921

Die neuen kreuzsaitigen Pianos, mal ehrlich, habe ich selbst nicht gebaut. Aber verkauft, ja, da bin ich der Größte. Schon Ende des Jahres 1883 gab ich ein Fest in meiner Hof-Pianohandlung, das 1500. Instrument wurde verkauft. Das Geschäft lief ja gut, ein Jahr später schon, genau am 14. Oktober 1884 verkaufte ich das 1800. Piano.

In dem Weltadressbuch von 1886 stellte ich mich auch dar als „Theilhaber der Pianofabrik Klingmann & Co. in Berlin“. Die Kollegen, die mir ihre Instrumente gaben, damit ich meinen Namen in ihnen anbringen und verkaufen konnte, möchte ich nicht nennen. Vielleicht wäre mir einer noch hinterher böse. Ich fragte ja nur nach dem „Einkaufspreis“. Verständlich, dass ich nicht bei Bechstein nachfragt…

… Im Berliner Handelsregister wurde 1893 Wilh. Emmer als „Commanditist der beiden Berliner Pianofabriken Harmonie (Wasserthorstr. 37) und G. Kälberer & Co. (Skalitzerstr. 101) eingetragen“.

Das 25-jährige Geschäftsjubiläum wurde 1895 in Berlin gefeiert.

Fa. Emmer-1880
1880

Weitere Ausführungen zu Emmer, W. sind vorhanden.