Breitkopf & Härtel, Leipzig

In seinem „Lexikon Deutscher Klavierbauer“ schreibt H. Henkel zu „Breitkopf & Härtel“:
„Die Firma gehört zu den bedeutend­sten deutschen Pianofortefabriken der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts und ist Gründer der Leipziger Kla­vierindustrie. Der Musikverlag Breit­kopf, 1719 entstanden, führt seit etwa 1760 in Kommission auch Klavier­instrumente und fördert frühzeitig die Einführung von Hammerklavie­ren. Neben vielen, noch nicht bekannten Marken werden vor allem Wiener Instrumente vertrieben. Gottfried Christoph Härtel“ seit des­sen Eintritt 1795 wie oben firmiert wird, erweitert das Geschäft zum damals wie im gesamten Jahrhundert bedeutendsten Musikalienver­lagsgeschäft der Welt mit eigener Buch- und Steindruckerei, Noten­stecherei und Schriftgießerei, er begründet am 6. Okt. 1806 die eigene Pianofortefabrikation. Als erster Facharbeiter wird im Febr. 1807 der aus Wien angeworbene Gottlieb Leithold eingestellt, erst 1808 ein zweiter Klavierbauer. In dieser Zeit werden die halbfertigen Teile aus Wien über Prag bezogen und in Leipzig zusammengesetzt. Am 8. Mai 1807 wird das erste Instrument, ein Flügel in Mahagoni mit 6 Oktaven, fertiggestellt und für 250 Taler nach Reval verkauft. Bis 1813 werden nur 10 Arbeitskräfte beschäftigt, 1827 sind es 33. In diesem Jahre werden Tafelklaviere, Flügel und aufrechte Flügel (Giraffenklaviere) gebaut, erst ab etwa 1835 auch Pianinos…

…In einem Artikel zur „Entwicklung des Musikinstrumentenmacher-GeweBreitkopf & Härtelrbes in Leipzig“ aus dem Jahr 1895 heißt es:
„Man sieht aus diesem Berichte, dass das österreichische Klavier damals Alles beherrschte und dass der Klavierbau in Leipzig um das Jahr 1800 völlig darnieder gelegen haben muss. […] Das Jahr 1806 bildet für die Leipziger Pianofortefabrikation den Ausgangspunkt. Gottfried Chr. Härtel, der […] Besitzer der Firma Breitkopf & Härtel, war es, der mitten in der schweren Zeit, die über Deutschland hereingebrochen war, geschulte Arbeiter aus Wien …“ (s. oben H: Henkel). Ebenfalls 1806 entstand die „Musikalien- und Instrumenten-Handlung von C. A. Klemm“.
Diesen Namen finden wir bis heute in verschiedenen Instrumenten, auch Klavieren.