Bogs & Voigt, Berlin

Gegründet wurde das Unternehmen 1905, im Jahr der Uraufführung der Operette „Die lustige Witwe“ (Lehár) in Wien sowie der Oper „Salome“ (R. Strauss) in der Dresdner Hofoper, im Jahr der Einweihung des Berliner Doms und der Durchbrechung des Simplontunnels, des mit 19.770 Metern bis dahin längsten Basistunnels der Welt. Und zur „Hoch“-Zeit des deutschen Klavierbaus. Die Bemerkung Kaiser Wilhelms II. „Das Klavier ist ein gesundheitsschädlicher Turnapparat“, eine Antwort auf die Frage, was er über das Instrument generell denke, entsprang eher einer Gemütslage als dass sie den blühenden Produktionsverhältnissen der Reichshauptstadt Rechnung trug (‚“Handwerk im Dienste der Musik“. Staatliches Institut für Musikforschung, Berlin 1987, S. 89).

Den Pianofortefabrikanten wurde einiges „zugemutet“. Ein Zeugnis der Firma Bogs & Voigt aus dem Jahre 1907 belegt das:

Fa. Bogs & Voigt„Werte Redaktion!
Am 5. cr. (des laufenden Monats) hatten wir der Firma Edm. Romberg & Sohn, Hamburg, Exportpianos offeriert, deren einfachstes und billigstes, 1.20 m hoch, mit Elfenbein, inkl. Holz und Zinkkiste, frei Kahn Hamburg Mk. 330,– kosten sollte.

Darauf schrieben uns die Herren E. R. & S. am 21. cr.:

‚Zurückkommend auf Ihre gefl. Offerte vom 5. d. M. sind die in der Preisliste offerierten Pianos zu teuer. Falls Sie billigere Instrumente herstellen, erbitten wir gefl. Beschreibung derselben und alleräußerste Offerte’.

Um zu sehen, wie weit die Anforderungen dieser Firma gehen würden, antworteten wir:

Im Besitz Ihrer w. gestrigen Karte sind wir gern bereit, Ihnen billigere Pianos, wie in unserer Preisliste angegeben, herzustellen und bitten Sie um die Liebenswürdigkeit, uns zu sagen, wie dieselben ausgestattet sein sollen und welches Limit Sie uns machen können’.

Fa. Bogs-1906
1906

Weitere Informationen zu Bogs & Voigt sind vorhanden.