Biese, Wilhelm

Im Nachruf vom Dezember 1902 steht ein Spruch aus dem Buch der Psalmen:
„Unser Leben währet siebenzig Jahre, Und wenn es hochkommt, so sind es achtzig Jahre, und wenn es köstlich gewesen ist, so ist es Mühe und Arbeit gewesen.“

Fa. Biese-1897
1897

Mühe und Arbeit war das Leben von Wilhelm Biese. Für Berlin hatte sein Leben und Wirken besondere Bedeutung. In einem Artikel aus „Handwerker im Dienste der Musik“ ist zu lesen:
„In den 50er Jahres des 19. Jahrhunderts gewann der Berliner Pianofortebau zunehmend an Bedeutung, als sich Männer wie Biese, Bechstein, Duysen, Schwechten und andere in Berlin niederließen. Sie wurzelten zwar alle noch in der soliden handwerklichen Tradition, machten sich aber schon bald die neuen Fertigungsmethoden mit ihren Produktionssteigerungen, vor allem aber die aus Amerika herkommenden Neuerungen im Pianofortebau zunutze. Die Lebenswege von Wilhelm Biese und Carl Bechstein sind beispielhaft für viele ihrer Berliner Kollegen“.

Fa. Biese-1918
1918

In einem Gruß zu seiner Goldenen Hochzeit 1896 heißt es:
„Wenn man in Bülow’scher paradoxer Weise von 3 großen B’s im deutschen Pianofortebau sprechen wollte, so dürften wohl Bechstein, Biese und Blüthner zu nennen sein; Biese nimmt zwischen dem Classiker Bechstein und dem Romantiker Blüthner eine Mittelstellung ein. Daß sich um den begabten Meister Biese ein Kreis von tüchtigen Arbeitern bildete, daß seine Fabrik mit einem Musterstaate im Kleinen zu vergleichen ist, spricht außerdem für edle Charakter-Eigenschaften des Principals. Fast ausschließlich ältere und alte Leute zählen zu seinen lieben Jungen, für deren persönliches Wohl der Meister unverdrossen und unermüdlich besorgt ist“.

Fa. Biese-1936
1936