Glaser, Franz

– Jena, gegr. 1887

– gekürzte Fassung –

in Camsdorf – in Wenigenjena – oder in Jena?

Glaser & Bachstein – Franz Glaser – oder Gebr. Glaser?

Irgendwie hängen sie alle zusammen.

In Camsdorf bestand die Firma „Glaser & Bachstein“ bis 1887. Nachdem Herr Bachstein aus der Firma ausgetreten war, führte Herr Glaser die „Fabrikation in alter Weise allein“ weiter.

 

Glaser 01.10.1902

 

Große Freude in der Pianofabrik von Franz Glaser in Wenigenjena – seit 1891 ist Camsdorf mit Wenigenjena zusammengeschlossen. Im Juni 1894 wurde die „Fertigstellung des 300. Pianino gefeiert.“ Nach der Stadtchronik von Jena erfolgte 1902 die Fertigstellung des 3000. Instrumentes“.

Die drei Söhne von Franz Glaser machten sich im Jahre 1911 selbständig:

„Die in den letzten Jahren in der Pianofortefabrik von F. Glaser in Jena (Camsdorf und Wenigenjena wurden 1909 nach Jena eingemeindet) als technische und kaufmännische Leiter tätig gewesenen Herren Karl, Willy und Franz Glaser haben unter der Firma Gebr. Glaser in Roda (S.-A.) eine Pianofortefabrik errichtet.“

Inzwischen wurde in Jena eine Filiale der Gebr. Glaser errichtet.

Eine Neuerung im Jahre 1928: „Das Dr. Danckert-Generalbaßklavier […]

Hierbei handelt es sich um ein neues, […] bereits erwähntes Ersatzinstrument für das Cembalo. Es hat die Form des Klaviers, ist 115 cm hoch, 132 cm breit und 62 cm tief; das Gehäuse ist Ebenholz-Imitation. […] Hoffentlich haben Erfinder und Erbauer mit ihrem Bestreben, für die Ausübung altklassischer Musik einen wohlfeilen, guten Ersatz für das kostspielige Cembalo zu bieten, vollen Erfolg.“

Während viele Pianofabriken in der Zeit nach 1930 Existenzschwierigkeiten hatten, bemühte sich die Firma Gebr. Glaser „um die Wiedergewinnung der alten Tasteninstrumente für die Gegenwart. Beraten von ausgezeichneten Fachleuten sowie von führenden Persönlichkeiten des Konzertlebens und der Musikwissenschaft, ist es ihr gelungen, ein- und zweimanualige Kielflügel zu erbauen, die nach Ansicht der Musikwelt die Erfüllung des barocken Klangideals bedeuten“.

 

Glaser 15.6.1928

Am 16. Juli 1932 verstarb Herr Franz Glaser im Alter von 77 Jahren.

Im Nachruf erfuhr man etwas aus seinem Leben:

„Sein Werk, die Firma […], die er mit geringsten Mitteln im Jahre 1886 gründete, wurde ein Opfer der schon vor dem Krieg beginnenden Krise, so daß nach Kriegsschluß die entgültige Liquidation erfolgen mußte. Mit dem Klavierbau wurde er, wie so mancher deutsche Pianofortefabrikant, vertraut durch seine Tätigkeit in der früheren Hof-Pianofortefabrik Carl Weidig-Jena. Auch in der bekannten Klavierfabrik von Stichel-Leipzig war er vor seiner Gründung in Wenigenjena tätig. Seine Fabrikation erstreckte sich hauptsächlich auf Export-Klaviere, von denen viele tausende über den ganzen Erdball verschickt wurden. Die Herstellung geschah von Grund auf. Es wurden nicht nur die Hauptbestandteile in der eigenen Fabrik hergestellt, sondern auch die Hölzer wurden aus den umliegenden Waldungen aufgekauft und im eigenen Sägewerk verarbeitet. Heute sind die Absatzmöglichkeiten für ein Export-Klavier, wie es der Verstorbene gebaut hatte, sehr gering geworden. Mit seinem Ableben scheidet einer der Pioniere aus der Pianobranche, dem es hauptsächlich darum ging, den Absatz des Klaviers durch Herstellung billiger Instrumente zu vergrößern.“

 

Zur Frühjahrsmesse in Leipzig 1933 stellten die Gebr. Glaser nicht aus, dafür warben sie die Geschäftsfreunde, nach Jena zu kommen in die Muster-Ausstellungsräume.

Die lebhafte Nachfrage nach diesen Instrumenten beweist, daß die als rührig bekannte Firma Gebr. Glaser, deren vorbildliche Leistungen in der Pianofabrikation weltbekannt sind, auch in dieser Hinsicht eine ‚glückliche Hand’ gehabt hat und damit dem so schwerkämpfenden Pianohandel neue Verkaufsmöglichkeiten bietet.“

Am 27. August 1936 verstarb Karl Glaser.

Die Daten in Kurzfassung nach H. Henkel, „Lexikon Deutscher Klavierbauer“:

„Glaser & Bachstein, Pianofabrik, Jena, 1886 – 1887

Glaser, Franz, Pianofabrik, Jena, 1887 – 1913

Glaser, Gebr. Pianofabrik, Roda und Jena, 1910 – 1938“

Weitere Informationen zu Gebr. Glaser sind vorhanden.